Wundertaste F2

Wer viel mit Daten arbeitet kommt an Tabellenkalkulationsprogrammen, wie Excel aus dem Microsoft Office-Paket oder Calc von LibreOffice, nicht vorbei. Was mich persönlich immer gestört hat, war die Tatsache, dass ich zur Bearbeitung immer in die Zelle klicken musste. Ein schnelle Änderung nur mit Tastatur war scheinbar nicht möglich. Per Zufall bin ich auf die Taste F2 gestoßen, welche in beiden erwähnten Programmen eine Bearbeitung des Zelleninhaltes ermöglicht. Unbedingt ausprobieren!!! Schade das ich mir der erwähnte Zufall erst nach 10 Jahren Umgang mit besagten Softwareprodukten passiert ist.

QGIS Plugin „Flurstückssuche NRW“

Heute möchte ich ein kleines Plugin für QGIS vorstellen, welches ich geschrieben habe. Aufgabe des Plugins ist die Flurstückssuche in NRW. Das Plugin fragt dabei die INSPIRE-Dienste (WFS) von GeoBasis NRW ab und liefert einen temporären Punktlayer mit der Zentrumskoordinate des Flurstückes

Eingabemaske

Das Plugin funktioniert in der Weise, dass ein verkürztes Katasterkennzeichen eingegeben wird, wie man es aus einigen Kataster- und Vermessungssoftwaren kennt. 5189-34-1550 steht dabei z.B. für das Flurstück 1550 in der Flur 34 der Gemarkung Gronau in Westfalen (Gemarkungsnummer 5189).

Ergebnis: Ein temporärer Punktlaer

Hier ist der Link zu meiner Repository: https://wulf-geoinformatik.de/qgis-plugin/plugins.xml

Um das Plugin zu nutzen, muss der Link als neu Repository in QGIS hinzugefügt werden.

Das Plugin funktioniert bis her nur in Netzwerken ohne Proxy-Server, also in kleinen Firmen oder Privat haushalten. In Behörden- und großen Firmennetzwerken sind aber eigentlich immer Proxy-Server aktiv. In meiner jetzigen Wirkungsstätte konnte ich das Problem beheben, in dem die URL der nordrhein-westfälischen Dienst durch die hauseigenen IT in der Firewall, bzw. den Proxservern hinterlegt wurde und dort ohne Authentifizierung gearbeitet wird.

QGIS installieren

Ziel

Ihre erste Aufgabe ist es, die aktuelle Version von QGIS herunterzuladen und zu installieren. Sollten Sie nicht die notwendigen Rechte haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Administrator.

Lösung

Schritt 1: Bitte gehen Sie auf die Seite https://www.qgis.org/ und downloaden dort die aktuelle Version von QGIS.

Schritt 2: Installieren Sie die heruntergeladene Version.

Hintergrund

Alle vier Monate erscheint eine neue Version von QGIS. Zwei Veröffentlichungen pro Jahr sind ein sogenannte “Reguläre Version” (LR), eine Veröffentlichung pro Jahr ist eine “Langfristige Version” (LTR). Die LTR ist gleichzeitig eine LR. Die regelmäßige Installation der jeweils aktuellen LR ist ratsam, aber  nicht in jeder EDV-Umgebung immer möglich. Ich empfehle aber gegenüber Ihrer EDV auf ein jährliches Update, auf die immer Ende Oktober erscheinende LTR, zu bestehen. 

Koordinatensysteme (EPSG-Code)

Ziel

In dieser Aufgabe geht es darum das richtige Koordinatensystem zu verwenden und voreinzustellen. Sie lernen dabei verschiedene Koordinatensysteme kennen.

Koordinatensysteme einstellen und verwalten

Hintergrund

In Deutschland und international gibt es viele unterschiedliche Koordinatensysteme. Die European Petroleum Survey Group Geodesy (EPSG), eine Arbeitsgruppe der europäischen Öl- und Gaserkundungsunternehmen, hat eine Katalog alle bekannten Koordinatensysteme erstellt und Ihnen eindeutige Schlüsselnummern zugewiesen.

CodeKoordinatenreferenzsystemBemerkung
25832ETRS89 / UTM Zone 32Namtliches Koordinatensystem in NRW
25833ETRS89 / UTM Zone 33Namtliches Koordinatensystem in östlichen Teilen der BRD
4647ETRS89 / UTM zone 32N (zE-N)wie 25832 mit Zonenkenziffer im Rechtswert (32)
31466DHDN / Gauß-Krüger Zone 2früher amtliches Koordinatensystem in NRW(bis 7,5° östliche Länge)
31467DHDN / Gauß-Krüger Zone 3früher amtliches Koordinatensystem in NRW (7, ° bis 10,5° östliche Läng)
31468DHDN / Gauß-Krüger Zone 4früher amtliches Koordinatensystem (10,5 ° bis 13,5° östliche Läng)
31469DHDN / Gauß-Krüger Zone 5früher amtliches Koordinatensystem (13,5 ° bis 16,5° östliche Läng)
3857WGS 84 / Pseudo-MercatorOSM, Google Maps und viele ander Webkarten
In Deutschland relevante Koordinatensysteme

Lösung

Schritt 1:  In der Statusleiste ganz rechts finden Sie [EPSG: xxxx], wobei statt xxxx dort der aktuelle EPSG-Code des Projektes steht. Klicken Sie auf [EPSG: xxxx] um die Einstellung des Koordinatensystemes zuändern. Alternativ können Sie auch auf Project >> Properties … gehen und im vertikalen Menüband [CRS] wählen.

Schritt 2: Geben Sie in die Suchmaske bei Filter: 25832 ein. Wählen Sie es im Feld Predefined Coordinate Reference Systems aus und bestätigen Sie die Eingabe mit [Apply] und [OK].

Schritt 3: Um diese Einstellung als Standardwert zu setzen, gehen Sie auf Settings >> Options, wählen im vertikalen Menüband [CRS] und setzen unter CRS for Projects den Radio Button (o) Use a default CRS: [EPSG:25832].

Sprache und Formate

Ziel

Ihr Aufgabe soll es sein die Benutzeroberfläche auf Englisch zu stellen, aber deutsche Formate (Datum, Uhrzeit, Währungen usw.) zu ermöglichen (ich gehe davon aus, dass sie an einem deutschen PC-Arbeitsplatz sitzen).

Hintergrund

Die Welt der Geoinformation ist international, viele Fachbegriffe sind nicht  (korrekt) ins deutsche Übersetzt. Darüber hinaus gibt es eine große, hilfsbereite (englischsprachige) Community. Viele Probleme die Ihnen in der täglichen Praxis begegnen werden, sind wahrscheinlich schon einmal gelöst worden. Daher empfiehlt es sich, von Beginn an, mit den englischen Begriffen zu arbeiten. Dies werde ich in dieser Aufgabensammlung ebenfalls so handhaben.

Lösung

Schritt 1: Starten Sie QGIS.

Schritt 2: Öffnen Sie im Menü Einstellungen >> Optionen die Optionsverwaltung.

Schritt 3: Wählen Sie im vertikal verlaufenden Menüband (linker Rand des neuen Fensters) [Allgemein].

Schritt 4: Setzen Sie ganz oben [v] System-Locale überschreiben.

Schritt 5: Wählen Sie Benutzeroberflächenübersetzung: [American English] und Locale (numbers, dat and currency formats): [German Germany].

Schritt 6: Bestättigen Sie die Auswahl mit [OK].Schritt 7: Straten Sie QGIS neu, damit die Änderungen wirksam werden.

QGIS Spracheinstellungen

Info: Sie finden diese Einstellungen nach einem Neustart unter Settings >> Options, [General], User Interface Translation: [American Englisch] und Locale (numbers, dat and currency formats): [German Germany].

OpenData kann ein Weg aus der Krise sein!

Die Beschaffung von Planunterlagen gehört, als Teil der Grundlagenermittlung, zur ersten Leistungsphase der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Hier sollten mögliche Auswirkungen der aktuellen Krise, sofern sie das Baugewerbe betreffen, also als erstes bemerkbar werden.

Deshalb freut es mich umso mehr, für den Monat März, mit 2016 kostenlosen Abrufen von Flurkarten im DXF-Format, die zweit stärkste Nutzung, seit Gründung des Portals www.flurkarte-nrw.de im Jahr 2018, verkünden zu können.

Mitnichten können diese Zahlen als repräsentativ für die Baubranche angesehen werden, aber sie sind ein positives Signal und sollten die Geodaten-Verantwortlichen in den Bundesländern zum Grübeln bringen.

Die kostenlose Aufbereitung, der vom Land NRW unter der freien Lizenz „Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0“ bereitgestellten Daten, durch mein Portal, hat die Architekten und Architektinnen die www.flurkarte-nrw.de nutzen, alleine im März 2020 über 60.000 € an Gebühren erspart.

Eine flächendeckende, kostenlose Bereitstellung von amtlichen Geobasisdaten in ganz Deutschland, ist technisch leicht zu realisieren und könnte den Unternehmen und damit die Bürgerinnen und Bürger jährlich Millionen von Euro an Gebühren ersparen.

Stattdessen werden die Daten, deren Erhebung bereits durch Vermessungsgebühren finanziert wurde, in vielen Bundesländern noch gehütet wie ein Schatz. Dies aktuelle Krise sollte genutzt werden um mit diesem Missstand aufzuräumen.

Daten sind das Gold unserer Zeit und die Länder sitzen auf einem Berg voll Daten-Erz, den Sie selber nicht veredeln können. Dieser Schatz gehört den Bürgerinnen und Bürgern und sollte darum allen frei Zugänglich sein.

OpenData ist sicher kein Allheilmittel, aber wenn darüber nachgedacht wird, den Unternehmen dieses Landes zu Helfen um durch die Krise zukommen, dann sollte dieses gewaltige Potential nicht vernachlässigt werden. Aus diesen Daten könnte an vielen Stellen ein volkswirtschaftlicher Mehrwert generiert werden, der die Kosten für die Bereitstellung weit übertrifft!

Probleme mit Zeilenumbruch und Wagenrücklauf in Python 3

Falsche interpretierte Zeilenumbrüche sind ein Problem, das mir in meiner Tätigkeit immer wieder begegnet. Besonders häufig treten Sie auf, wenn man mit mehreren Betriebssystemen, sehr alten Programmiersprachen oder ungewöhnlichen Zeichenkodierungen zu tun hat.

Die beiden Bilder zeigen ein Worldfile, welches mit Python in einer UNIX-Umgebung (OSGEOlive) erzeugt wurde. In OSGEOlive und Windows 10 (WIN 10) wird die Datei korrekt angezeigt, auf einem Windows Server 2016 jedoch nicht.

Bild 1 – falsche Darstellung

Die Geschichte eines Problemes

Das Problem ist so alt wie die digitale Datenverarbeitung! Tatsächlich resultiert es aus der Zeit der Schreibmaschinen und Fernschreiber. Bei mechanischen Schreibmaschinen wurden der Wagenrücklauf (engl. carriage return) = <CR> = „\r“ und Zeilenvorschub (engl. Line feed) = <LF> = „\n“ in der Regel gemeinsam durch die Betätigung des Zeilenschalthebels ausgelöst, man spricht dann von einem Zeilenumbruch. Bei Fernschreibern wurden diese Operationen mit getrennten Steuerzeichen übermittelt. Dies war der dem, im Vergleich zum Zeichenanschlag, mechanisch bedingt, längerem Wagenrücklauf geschuldet. Darüber hinaus ermöglicht die Trennung auch die Übertragung komplexerer Textelemente, wie das Unterstreichen.

Ob eine Betriebssystem oder eine Programmiersprache nun den Wagenrücklauf „\r“ (wie beim C64), den Zeilenvorschub „\n“ (wie Linux) oder den Zeilenumbruch „\r\n“ (wie Windows) als Steuerzeichen für den von allen gemeinten Zeilenumbruch verwendet, ist also meist auf Entscheidungen in der frühen Entwicklung dieser Systeme zurück zu führen.

Python geht hier einen interessanten Weg. Sofern nichts anderes angegeben übersetzt die open()-Funktion beim Lesen alle herkömmlichen Zeilenumbruchzeichen für die interne Verwendung in „\n“. Beim Schreiben einer Datei wird das, für das jeweilige Betriebssystem auf dem das Python-Skript ausgeführt wird, standradmäßige Steuerzeichen für Zeilenumbrüche genutzt.

Lösung in Python

Wenn wie im oben beschriebenen Beispiel, eine Datei in einem anderen System weiterverarbeitet werden, so kann die open()-Funktion mit dem Attribut newline, zu der Nutzung eines andern Steuerzeichens gebracht werden.

01 import os
02 for file in os.listdir('./in'):
03    if file.endswith('.tfw'):
04	f = open('./in/'+file, "r")
05	text = f.read()
06	f = open('./out/'+file,"w",            
        newline="\r\n")
07	f.write(text)
08	f.close()

Link: https://docs.python.org/release/3.2/library/functions.html#open

CSS vs. SLD

Die Frage ob man Layerstyles für den GeoServer besser als Cascading Style Sheets (CSS) oder als Styled Layer Descriptor (SLD) verfasst ist nicht eindeutig zu beantworten. Mehreren Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Welche, möchte ich Ihnen im folgenden beantworten.

Wer in die Verlegenheit gerät einen Kartenserver zu betreuen, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit dem „heiligen Dreiklang der Webentwicklung“ – HTML / CSS / JavaScript – vertraut. Die im Vergleich zum XML-Schema SLD wesentlich simplere Syntax verleitet schnell zu der Festlegung auf CSS, doch Sie sollten mit dem kaskadierenden Verhalten von CSS wirklich vertraut sein, um ungewollte Effekte zu vermeiden (vgl. GeoServer, CSS Cascading).

Anders als CSS ist SLD ein Standard des Open Geospatial Consortium (OGC) und wird von vielen (fast allen) Anwendungen im „Open-GIS-Umfeld“, sowie von den meisten proprietären Systemen unterstützt (vgl. OGS, SLD). Der mehr Aufwand, den das Erlernen einer neuen Fähigkeit mit sich bringt, kann sich für Vollblutgeoinformatiker also durchaus auszahlen, wenn es darum geht gleiche Stiele auf mehreren Systemen zu verwenden.

Die native Form Ebenenstile für den GeoServer zu definieren ist SLD. Die Verwendung von CSS wird nur über eine (üblicherweise automatisch mit installierte) Erweiterung ermöglicht. Die in CSS formulierten Stiele werden intern in SLD umgewandelt (GeoServer, CSS-Styling). Das dies nicht immer reibungslos funktioniert zeigt der Versuch mit GeoServer Version 2.15.1 eine klassische Bahnsignatur mit metrischen Angaben zu erzeugen (Beispiel und Lösung finden Sie hier).

Fazit

Wer in kleinen Projekten schnell und unkompliziert zum Ziel kommen will für den ist CSS die richtige Wahl. Wer die volle Funktionalität und absolute Kontrolle über sein Projekt wünscht der kommt um SLD nicht herum. In der Praxis können Sie natürlich beide Möglichkeiten in ein und demselben Projekt verwenden, CSS für die einfachen Aufgaben und SLD dort, wo CSS an seine Grenze stösst.

Quellen und Links

GeoServer, CSS-Styling https://docs.geoserver.org/latest/en/user/styling/css/index.html

GeoServer, CSS Cascading https://docs.geoserver.org/latest/en/user/styling/css/cascading.html

OGC, SLD https://www.opengeospatial.org/standards/sld