OpenData kann ein Weg aus der Krise sein!

Die Beschaffung von Planunterlagen gehört, als Teil der Grundlagenermittlung, zur ersten Leistungsphase der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Hier sollten mögliche Auswirkungen der aktuellen Krise, sofern sie das Baugewerbe betreffen, also als erstes bemerkbar werden.

Deshalb freut es mich umso mehr, für den Monat März, mit 2016 kostenlosen Abrufen von Flurkarten im DXF-Format, die zweit stärkste Nutzung, seit Gründung des Portals www.flurkarte-nrw.de im Jahr 2018, verkünden zu können.

Mitnichten können diese Zahlen als repräsentativ für die Baubranche angesehen werden, aber sie sind ein positives Signal und sollten die Geodaten-Verantwortlichen in den Bundesländern zum Grübeln bringen.

Die kostenlose Aufbereitung, der vom Land NRW unter der freien Lizenz „Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0“ bereitgestellten Daten, durch mein Portal, hat die Architekten und Architektinnen die www.flurkarte-nrw.de nutzen, alleine im März 2020 über 60.000 € an Gebühren erspart.

Eine flächendeckende, kostenlose Bereitstellung von amtlichen Geobasisdaten in ganz Deutschland, ist technisch leicht zu realisieren und könnte den Unternehmen und damit die Bürgerinnen und Bürger jährlich Millionen von Euro an Gebühren ersparen.

Stattdessen werden die Daten, deren Erhebung bereits durch Vermessungsgebühren finanziert wurde, in vielen Bundesländern noch gehütet wie ein Schatz. Dies aktuelle Krise sollte genutzt werden um mit diesem Missstand aufzuräumen.

Daten sind das Gold unserer Zeit und die Länder sitzen auf einem Berg voll Daten-Erz, den Sie selber nicht veredeln können. Dieser Schatz gehört den Bürgerinnen und Bürgern und sollte darum allen frei Zugänglich sein.

OpenData ist sicher kein Allheilmittel, aber wenn darüber nachgedacht wird, den Unternehmen dieses Landes zu Helfen um durch die Krise zukommen, dann sollte dieses gewaltige Potential nicht vernachlässigt werden. Aus diesen Daten könnte an vielen Stellen ein volkswirtschaftlicher Mehrwert generiert werden, der die Kosten für die Bereitstellung weit übertrifft!

CSS vs. SLD

Die Frage ob man Layerstyles für den GeoServer besser als Cascading Style Sheets (CSS) oder als Styled Layer Descriptor (SLD) verfasst ist nicht eindeutig zu beantworten. Mehreren Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Welche, möchte ich Ihnen im folgenden beantworten.

Wer in die Verlegenheit gerät einen Kartenserver zu betreuen, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit dem „heiligen Dreiklang der Webentwicklung“ – HTML / CSS / JavaScript – vertraut. Die im Vergleich zum XML-Schema SLD wesentlich simplere Syntax verleitet schnell zu der Festlegung auf CSS, doch Sie sollten mit dem kaskadierenden Verhalten von CSS wirklich vertraut sein, um ungewollte Effekte zu vermeiden (vgl. GeoServer, CSS Cascading).

Anders als CSS ist SLD ein Standard des Open Geospatial Consortium (OGC) und wird von vielen (fast allen) Anwendungen im „Open-GIS-Umfeld“, sowie von den meisten proprietären Systemen unterstützt (vgl. OGS, SLD). Der mehr Aufwand, den das Erlernen einer neuen Fähigkeit mit sich bringt, kann sich für Vollblutgeoinformatiker also durchaus auszahlen, wenn es darum geht gleiche Stiele auf mehreren Systemen zu verwenden.

Die native Form Ebenenstile für den GeoServer zu definieren ist SLD. Die Verwendung von CSS wird nur über eine (üblicherweise automatisch mit installierte) Erweiterung ermöglicht. Die in CSS formulierten Stiele werden intern in SLD umgewandelt (GeoServer, CSS-Styling). Das dies nicht immer reibungslos funktioniert zeigt der Versuch mit GeoServer Version 2.15.1 eine klassische Bahnsignatur mit metrischen Angaben zu erzeugen (Beispiel und Lösung finden Sie hier).

Fazit

Wer in kleinen Projekten schnell und unkompliziert zum Ziel kommen will für den ist CSS die richtige Wahl. Wer die volle Funktionalität und absolute Kontrolle über sein Projekt wünscht der kommt um SLD nicht herum. In der Praxis können Sie natürlich beide Möglichkeiten in ein und demselben Projekt verwenden, CSS für die einfachen Aufgaben und SLD dort, wo CSS an seine Grenze stösst.

Quellen und Links

GeoServer, CSS-Styling https://docs.geoserver.org/latest/en/user/styling/css/index.html

GeoServer, CSS Cascading https://docs.geoserver.org/latest/en/user/styling/css/cascading.html

OGC, SLD https://www.opengeospatial.org/standards/sld